Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, bewahrt Dresden einen der authentischsten historischen Friedhöfe Deutschlands. Eingeschlossen von hohen Sandsteinmauern und der mit kunstvollem Gitterwerk gestaltenden barocken Camposantoanlage erstreckt ein über zwei Jahrhunderte gewachsener Grabmalbestand.
Seit der Friedhofsschließung 1876 wurden nahezu keine Änderungen vorgenommen, so dass hier die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die etwa 1800 in großer Formenvielfalt gestalteten Grabmale aus Elbsandstein erzählen von der Geschichte der Residenzstadt Dresden und ihrer Einwohner.
Dank Förderung als National wertvolles Kulturdenkmal konnte das historische Erscheinungsbild des Friedhofes nach Jahren des Verfalls und Vandalismus wiederhergestellt und die gestaltprägenden Grabmale konservatorisch gesichert werden.
Der Förderverein Eliasfriedhof Dresden e.V. bemüht sich um den Erhalt und die historische Aufarbeitung dieses Kleinods. Er öffnet von April bis Oktober regelmäßig zu Führungen und Veranstaltungen und freitags von 14-18 Uhr die ansonsten geschlossenen Friedhofstore.
Nächste Termine
Friedhofsfreitag: Freitags von 14-18 Uhr geöffnet
10. April - 30. OktoberSpuren der Zeit. Geführter Rundgang über den Eliasfriedhof
4. Juli 17:00 - 19:00Themenführung: Ein letzter Vorhang – Schauspielerinnen und Schauspieler auf dem Eliasfriedhof
12. Juli 17:00 - 19:00Themenführung: Unterwegs in Dresden und der Welt – Johann Gottlieb Naumann, Komponist und Hofkapellmeister
19. Juli 17:00 - 19:00Biografische Lesung: „Fräulein aus Hannover – das Übrige unbekannt“ – Die Wiederentdeckung der Schriftstellerin Adelheid Reinbold
25. Juli 17:00 - 19:00
Aktuelles
Am Dienstag, den 30. Juni 2026 um 17:30 Uhr werden auf dem Eliasfriedhof Dresden zwei restaurierte Torhausreliefs aus der Renaissance feierlich enthüllt. Die ursprünglich am Alten Dresdner Johanniskirchhof angebrachten Sandsteinreliefs wurden nach umfassenden Restaurierungs- und Versetzarbeiten dauerhaft im Torhaus des Eliasfriedhofs eingebaut und damit wieder an einem historisch passenden Ort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die beiden bedeutenden Bildwerke zählen zu den wertvollen Zeugnissen der Dresdner Grabmal- und Erinnerungskultur. Mit ihrer Wiederaufstellung leisten sie einen wichtigen Beitrag zur weiteren Entwicklung des Eliasfriedhofs als „Freilichtmuseum alter Grabmalkunst“ und zur dauerhaften Sicherung dieses kulturellen Erbes.
Nach einer kurzen Begrüßung werden Dr. Ulrich Hübner vom Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden und Matthias Voigt, Vorsitzender des Fördervereins Eliasfriedhof Dresden e. V die Geschichte, kunsthistorische Bedeutung und Restaurierung der Reliefs vorstellen.
Die Restaurierungsarbeiten wurden von der Diplom-Restauratorin Tina Dömling ausgeführt. Die Versetzarbeiten übernahm die Firma Fuchs und Girke, Bau und Denkmalpflege GmbH. Bei der Restaurierung stand die behutsame Konservierung der historischen Originalsubstanz im Vordergrund. Die Reliefs wurden gereinigt, gefestigt und denkmalgerecht in die Torhausarchitektur integriert.
Das Projekt wurde durch die enge Zusammenarbeit des Fördervereins Eliasfriedhof Dresden e. V., des Friedhofsträgers und des Amtes für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden realisiert. Finanziell ermöglicht wurde die Maßnahme durch die Landeshauptstadt Dresden, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung sowie durch Eigenmittel des Fördervereins Eliasfriedhof Dresden e. V.
Im Anschluss an die Enthüllung sind alle Interessierten herzlich zur Sommerabendführung „Bürger, Adel und die anderen – Die Dresdner Stadtgesellschaft auf dem Eliasfriedhof“ eingeladen. Die Führung beginnt um 18:30 Uhr und bietet spannende Einblicke in die Sozial- und Kulturgeschichte Dresdens anhand ausgewählter Grabstätten und Persönlichkeiten des Eliasfriedhofs.
Der Eintritt zur Enthüllung und zur Führung ist frei. Um Spenden für die weitere Erhaltung und Pflege des Eliasfriedhofs wird ausdrücklich gebeten.
Der Förderverein lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie Kultur- und Geschichtsinteressierte herzlich zu beiden Veranstaltungen ein!

Die für diesen Samstag, 27. Juni 2026 geplante Lesung zu Adelheid Reinbold muss krankheitsbedingt leider verschoben werden. Der neue Termin ist Samstag, 25. Juli 2026, 17 Uhr. Zudem wird die Lesung ein weiteres Mal am 29. August 2026 aufgeführt.
Weitgehend vergessen liegt auf dem Eliasfriedhof die Schriftstellerin Adelheid Reinbold (1800-1839). Zu ihren Lebzeiten war sie im Dresdner Salon und Literaturkreis des berühmten Dichters Ludwig Tieck (1773-1853) eine vertraute und geschätzte Gesprächspartnerin. Aber auch in diesem illustren Kreis war ihr künstlerisches Schaffen nicht bekannt, da sie ihre Texte unter einem Pseudonym veröffentlichte und über ihre literarische Tätigkeit schwieg. Die biografische Lesung führt durch ihr wechselvolles Leben, ergänzt und vertieft mit Auszügen aus Novellen, Romanen, Gedichten, Tagebüchern und Briefen.
Eintritt frei, um Spenden wir gebeten.
Kleine Veranstaltungsreihe widmet sich dem Hofkomponisten, der auf dem Eliasfriedhof seine letzte Ruhe fand
Vor 285 Jahren wurde der bekannte Komponist Johann Gottlieb Naumann (1741–1801) geboren, vor 225 Jahren starb er. Auf dem Eliasfriedhof fand das Ausnahmetalent, das aus ärmlichen Verhältnissen stammte, seine letzte Ruhe. Sein kunstvoll gestaltetes Grabmal konnte dank Spenden und Fördermitteln inzwischen restauriert werden. In diesem Jahr widmen wir Naumann eine kleine Veranstaltungsreihe.
Der Auftakt hierzu findet am Dienstag, den 16. Juni 2026, 18 Uhr statt. Unter dem Titel „Wir grüßen Sie, Herr Hofkapellmeister! Geschichten aus dem Leben des Komponisten Johann Gottlieb Naumann (1741–1801)“ lesen Schülerinnen des Gymnasiums Dresden-Cotta aus dem Buch „Von Blasewitz in die Welt“ von Jens Daniel Schubert. Darin fanden die Schülerinnen zahlreiche anschauliche Episoden, die Naumanns Lebensstationen, seine Reisen, seine Begegnungen und seine Arbeit als Musiker lebendig werden lassen. Aus diesen Texten ist ein musikalisch-literarisches Programm entstanden, das Naumann nicht nur als Hofkapellmeister vorstellt, sondern auch als Mensch. Die Lesung möchte daran erinnern, wie sehr seine Musik die Menschen seiner Zeit bewegte – und lädt dazu ein, ihm und seinem Werk heute neu zu begegnen. Der Eintritt ist frei.
Am 19. Juli 2026, 17 Uhr, dreht sich die Themenführung „Unterwegs in Dresden und der Welt – Johann Gottlieb Naumann, Komponist und Hofkapellmeister“ um den berühmten Komponisten. Wir erzählen darin von seinen Freunden und Zeitgenossen, von Dresdner Ereignissen und den musikalischen Orten, an denen er wirkte – und machen deutlich, wie lebendig seine Musik auch heute noch ist.
Am 23. Oktober 2026, 15 Uhr, schließen wir das Naumann-Jahr mit einer Gedenkveranstaltung anlässlich seines 225. Todestags. An seinem eindrucksvollen Grabmal gedenken wir des Musikvirtuosen, der mit seinem Wirken in seiner Zeit wesentliche Akzente für die Entwicklung der Musik der Romantik setzte. Anschließend laden wir zu einem Rundgang über den Friedhof ein, bei welchem Sie Interessantes über Naumann und seine Zeit hören.


