Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, bewahrt Dresden einen der authentischsten historischen Friedhöfe Deutschlands. Eingeschlossen von hohen Sandsteinmauern und der mit kunstvollem Gitterwerk gestaltenden barocken Camposantoanlage erstreckt ein über zwei Jahrhunderte gewachsener Grabmalbestand.
Seit der Friedhofsschließung 1876 wurden nahezu keine Änderungen vorgenommen, so dass hier die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die etwa 1800 in großer Formenvielfalt gestalteten Grabmale aus Elbsandstein erzählen von der Geschichte der Residenzstadt Dresden und ihrer Einwohner.
Dank Förderung als National wertvolles Kulturdenkmal konnte das historische Erscheinungsbild des Friedhofes nach Jahren des Verfalls und Vandalismus wiederhergestellt und die gestaltprägenden Grabmale konservatorisch gesichert werden.
Der Förderverein Eliasfriedhof Dresden e.V. bemüht sich um den Erhalt und die historische Aufarbeitung dieses Kleinods. Er öffnet von April bis Oktober regelmäßig zu Führungen und Veranstaltungen und freitags von 14-18 Uhr die ansonsten geschlossenen Friedhofstore.
Nächste Termine
Friedhofsfreitag: Freitags von 14-18 Uhr geöffnet
10. April - 30. OktoberThemenführung: Wenn die Steine reden könnten – Grabmalsymbole und ihre Geschichte(n)
13. Juni 17:00 - 19:00Wir grüßen Sie, Herr Hofkapellmeister! Geschichten aus dem Leben des Komponisten Johann Gottlieb Naumann (1741–1801)
16. Juni 18:00 - 20:00Spuren der Zeit. Geführter Rundgang über den Eliasfriedhof
21. Juni 17:00 - 19:00Biografische Lesung: „Fräulein aus Hannover – das Übrige unbekannt“ – Die Wiederentdeckung der Schriftstellerin Adelheid Reinbold
27. Juni 17:00 - 19:00
Aktuelles
Kleine Veranstaltungsreihe widmet sich dem Hofkomponisten, der auf dem Eliasfriedhof seine letzte Ruhe fand
Vor 285 Jahren wurde der bekannte Komponist Johann Gottlieb Naumann (1741–1801) geboren, vor 225 Jahren starb er. Auf dem Eliasfriedhof fand das Ausnahmetalent, das aus ärmlichen Verhältnissen stammte, seine letzte Ruhe. Sein kunstvoll gestaltetes Grabmal konnte dank Spenden und Fördermitteln inzwischen restauriert werden. In diesem Jahr widmen wir Naumann eine kleine Veranstaltungsreihe.
Der Auftakt hierzu findet am Dienstag, den 16. Juni 2026, 18 Uhr statt. Unter dem Titel „Wir grüßen Sie, Herr Hofkapellmeister! Geschichten aus dem Leben des Komponisten Johann Gottlieb Naumann (1741–1801)“ lesen Schülerinnen des Gymnasiums Dresden-Cotta aus dem Buch „Von Blasewitz in die Welt“ von Jens Daniel Schubert. Darin fanden die Schülerinnen zahlreiche anschauliche Episoden, die Naumanns Lebensstationen, seine Reisen, seine Begegnungen und seine Arbeit als Musiker lebendig werden lassen. Aus diesen Texten ist ein musikalisch-literarisches Programm entstanden, das Naumann nicht nur als Hofkapellmeister vorstellt, sondern auch als Mensch. Die Lesung möchte daran erinnern, wie sehr seine Musik die Menschen seiner Zeit bewegte – und lädt dazu ein, ihm und seinem Werk heute neu zu begegnen. Der Eintritt ist frei.
Am 19. Juli 2026, 17 Uhr, dreht sich die Themenführung „Unterwegs in Dresden und der Welt – Johann Gottlieb Naumann, Komponist und Hofkapellmeister“ um den berühmten Komponisten. Wir erzählen darin von seinen Freunden und Zeitgenossen, von Dresdner Ereignissen und den musikalischen Orten, an denen er wirkte – und machen deutlich, wie lebendig seine Musik auch heute noch ist.
Am 23. Oktober 2026, 15 Uhr, schließen wir das Naumann-Jahr mit einer Gedenkveranstaltung anlässlich seines 225. Todestags. An seinem eindrucksvollen Grabmal gedenken wir des Musikvirtuosen, der mit seinem Wirken in seiner Zeit wesentliche Akzente für die Entwicklung der Musik der Romantik setzte. Anschließend laden wir zu einem Rundgang über den Friedhof ein, bei welchem Sie Interessantes über Naumann und seine Zeit hören.
Neue Broschüre ermöglicht Spurensuche auf dem Eliasfriedhof zum Leben des Komponisten
Dieses Jahr gedenkt die Stadt Dresden des 200. Todestages des Komponisten und Kapellmeisters Carl Maria von Weber, dessen Grab sich auf dem Alten Katholischen Friedhof befindet. Von 1817 bis 1826 war Dresden nicht nur Wirkungsstätte für Weber und seine Familie, sondern auch Wohnort und Heimat. Hier mietete er Wohnungen, pflegte Freundschaften und Geschäftskontakte, ging aus und kaufte ein. Die meisten Bewohner Dresdens waren damals evangelischer Konfession und so gingen einige Mitglieder des Fördervereins Eliasfriedhof auf eine Spurensuche zu den Zeitgenossen aus Carl Maria von Webers Alltag.
Als Pestfriedhof 1680 entstanden und 1876 für Beerdigungen geschlossen, ist der Eliasfriedhof heute ein Denkmal von überregionalem Rang und ein Zeugnis der Sozial- und Kulturgeschichte der Residenzstadt Dresden und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Dank Förderung als National wertvolles Kulturdenkmal konnte das historische Erscheinungsbild des Friedhofes nach Jahren des Verfalls und Vandalismus wiederhergestellt und Grabmale konservatorisch gesichert werden.
Die Recherchen und Forschungen zu den hier bestatteten Frauen, Männern und Kindern sind ein wichtiges Anliegen des Fördervereins. Das Carl-Maria-von-Weber-Jahr war Anlass ganz gezielt nach Personen zu suchen, mit denen Weber zu tun hatte. Es entstand die Idee, ausgehend von dem Personenverzeichnis der digitalen Weber-Gesamtausgabe, eine Broschüre zu entwickeln, die Besucherinnen und Besucher, Neugierige und Interessierte bei ihrem individuellen Rundgang über den Friedhof und zu den betreffenden Grabstätten begleitet und von den damaligen Begegnungen Webers mit der Stadtgesellschaft berichtet. Jeden Freitag bis Ende Oktober, von 14 bis 18 Uhr ist die die Gelegenheit, den außer zu Führungen geschlossen, Friedhof zu besuchen und sich mit der vor Ort erhältlichen Broschüre selbst auf Spurensuche zu begeben. Darüber hinaus sind in dieser Zeit Ehrenamtliche des Fördervereins vor Ort, die Erklärungen geben, Fragen beantworten und kurze Spaziergänge zu ausgewählten Gräbern zu verschiedenen Themen anbieten.
Mit großer Freude laden wir Sie gemeinsam mit der Verwaltung des Elias-, Trinitatis- und Johannisfriedhof Dresden zur Grundsteinlegung des Totenbettmeisterhauses auf dem Eliasfriedhof ein. Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung wird diese Vision nun Realität – unterstützt durch EFRE-Fördermittel, Mittel der Landeshauptstadt Dresden und Eigenmittel unseres Fördervereins.
Wann/Wo: Mittwoch, 27. Mai 2026 – Ziegelstraße 22, 01067 Dresden
Einlass: 17:00 Uhr
Beginn: 17:30 Uhr
Wir freuen uns besonders, dass die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch sowie die Zweite Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden Eva Jähnigen jeweils ein Grußwort sprechen werden. Im Anschluss findet ein kleiner Empfang statt.
Ein Blick in die Geschichte:
Das Totenbettmeisterhaus war Wohnung und Arbeitsplatz des sogenannten Totenbettmeisters, der als leitender Totengräber für die Bestattung der Verstorbenen verantwortlich war. Bereits um 1690 befand sich ein Häuschen an der Ziegelstraße. Beim Straßenausbau 1864 wurde es abgetragen und durch einen Neubau an der Nordwestecke des Friedhofs ersetzt. Auch nach der Schließung des Friedhofs im Jahr 1876 wohnten hier Beschäftigte, die für die Anlage zuständig waren. Im Zuge der Bombardierung der Stadt im Februar 1945 brannte das Haus vollständig aus, die Ruine wurde später abgetragen.
Jahrelang hat sich der Förderverein Eliasfriedhof Dresden e.V. für einen denkmalgerechten Wiederaufbau als Multifunktionsgebäude eingesetzt.
Das neue Totenbettmeisterhaus wird unter anderem einen Ausstellungs- und Kassenraum im Erdgeschoss beherbergen und einen Ort der Begegnung für den Förderverein im Obergeschoss schaffen. So können Besucherinnen und Besucher den Eliasfriedhof als „Freilichtmuseum historischer Grabmalkunst“ erkunden und mehr über die Geschichte unserer Stadt und ihrer Bewohner erfahren.
Der Eintritt ist frei, um Spenden zum künftigen Innenausbau des Totenbettmeisterhauses wird gebeten.


