Historienmaler, Professor an der Kunstakademie Dresden
Lebensdaten:
geboren: 18. Mai 1820 in Celle, getauft am 11. Juli 1820
gestorben: 17. Februar 1866 um 21.45 Uhr im Alter von 45 Jahren und 10 Monaten an Lungentuberkulose, beerdigt am 21. Februar 1866 (Im Kirchenbuch der Kreuzkirche wird der Trinitatisfriedhof als letzte Ruhestätte angegeben. Vermutlich hat sich die Familie kurzfristig umentschieden, im Kirchenwochenzettel (Meldung der Kirchner an die Stadt) wurde der Zusatz „Auf dem Eliaskirchhof beerdigt“ vermerkt.)
Eltern: Dr. Franz Christoph Ernst Wichmann (1776-1850), Rat am Oberappellationsgericht1 in Celle und seine Frau Henriette Dorothea geb. Carstens
Adolf Friedrich Georg Wichmann stammte aus dessen zweiter Ehe, er ist ein Enkel des Pastors und Pädagogen Christian Rudolf Karl Wichmann. Der Astronom Moritz Ludwig Georg Wichmann war sein jüngerer Bruder.
Am 7. September 1853 heiratete Adolf Wichmann in Königsberg/Pr. Anna Franziska Wilhelmine, geborene Faltin (geb. 04.10.1831 in Königsberg – gest. 28.04.1904 in Dresden). Er hatte einen Sohn und zwei Töchter. Es finden sich nur Einträge zu seiner Tochter Marie Henriette Anna Lydia Wichmann. Sie wurde am 09.06.1857 in Dresden geboren und heiratete Peter Amadeus Emil Riech.
Studium:
Wichmann besucht ab 1838 die Kunstakademie in Dresden, wo er bis 1847 in E. J. F. Bendemanns (1811-1889) Atelier arbeitete. Außer Bendemann gewannen noch Carl Gottlieb Peschel (1798 – 1879) und später Julius Schnorr von Carolsfeld (1794 – 1872) Einfluss auf ihn. Seine Studien- und Kopierarbeiten in der Dresdner Galerie waren der italienischen Malerei gewidmet, dabei befasste er sich besonders mit den Arbeiten Paolo Veroneses. Malweise und Bildkomposition der Italiener beeinflussten seinen Malstil nachhaltig.
Beruf:
Wichmann war vorwiegend Historienmaler. Dabei bevorzugte er biblische und mythologische Motive, Heldenerzählungen und literarischen Werken, wie Goethes Faust.
Ab 1862 unterrichtete er an der Dresdner Kunstakademie. Dazu steht in den Akademische Nachrichten der Akademie der bildenden Künste 1863: „Als 3. Lehrer an der untern Classe wurde Herr Historienmaler Wichmann angestellt“ (Katalog der Kunstausstellung 1863).
Wohnsitz/Dresdner Erinnerungsorte:
Seine letzte Adresse war Friedrichstraße 51 in Dresden.
Grabmal:
A.03.04
Quellen/Literatur:
- Niedersachsen / Landeskirchliches Archiv der evangelisch-lutherichen Landeskirche Hannover / Kirchenkreis Celle / Celle-Stadt / Taufen 1815-1822, Bd. 316, über www.archion.de
- Sachsen / Landeskirchliches Archiv der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens / Dresden-Kreuzkirche / Trau- und Bestattungsbuch 1866, Bild 91, über www.archion.de
- Georg Kaspar Nagler, Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Male, Bildhaue, Baumeiste, Kupfersteche, Formschneide, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc, Bd. 21, München 1841, S. 379.
- Lier, Hermann Arthur, „Wichmann, Adolf“ in: Allgemeine Deutsche Biographie 42 (1897), S. 312-313 [Online-Version].
Anett Knauber
aktualisiert 06/2026 sg
- Das Oberappellationsgericht war gemäß der Deutschen Bundesakte von 1815 des Deutschen Bundes höchstes Rechtsprechungsorgan und letzte Berufungsinstanz eines deutschen Mitgliedsstaates bzw. einer Gruppe von Mitgliedsstaaten. ↩︎