die Schließung des Eliasfriedhof

D. Zille

Mitte des 19. Jahrhundert begann die Bedeutung des Eliasfriedhof zu sinken. Deutlich wird das an den abnehmenden Bestattungen auf dem Eliasfriedhof bei gleichzeitig steigender Anzahl von Beisetzungen auf dem Trinitatisfriedhof, der 1815 zur Entlastung und als Nachfolger in Betrieb ging. Für diese Entwicklung ist vor allem Platzmangel verantwortlich. Dennoch war dieser Umstand für die Schließung nicht ausschlaggebend; vielmehr ist es die sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts in fast allen Städten Deutschlands und bei vielen Medizinern durchsetzende Meinung, dass Friedhöfe aus hygienischen Gründen von bewohnten Gebieten fern zu halten sind.

Auf Grund eines medizinischen Gutachtens beschlossen die Stadtverordneten Dresdens 1864 nach langer Diskussion die Schließung des Eliasfriedhofs, weil sich bewohnte Gebäude der Stadt dem Friedhof immer mehr annäherten. Aber erst am 13. August 1866 gab die Kirchen-Inspektion im Dresdner Anzeiger Nr. 225 bekannt, dass die Schließung in Aussicht genommen sei. Damit erging es dem Eliasfriedhof wie seinem Vorläufer, dem Kirchhof der Frauenkirche, dem aus ähnlichen Beweggründen 1714 von Kurfürst Friedrich August I die weitere Benutzung untersagt wurde.

In dem Beschluss wurde verfügt, dass von diesem Zeitpunkt an keine Grüfte oder Grabstellen neu angelegt werden durften. Bestehende Grüfte und Grabstellen konnten für weitere 10 Jahre genutzt werden, soweit sie nicht schon vollständig mit Särgen besetzt waren. Denjenigen, die einen Anspruch auf eine Gruft- oder Grabnutzung nachweisen konnten, wurde unentgeltlich eine andere Grabstelle auf dem Trinitatisfriedhof zugewiesen. Am 21. Juni 1876 wurde die letzte Bestattung auf dem Eliasfriedhof vorgenommen. Wie richtig und vorausschauend die Planung war, lässt sich im Nachhinein an den Stadtplänen von 1861 und 1881 ersehen (alle Rechte an den Karten bei der SLUB Dresden).

Totenbettmeisterhaus 1912, Quelle: Stadtplanungsamt Dresden
Totenbettmeisterhaus 1912, Quelle: Stadtplanungsamt Dresden

Ebenso wie die Süd-Westlichen Begrenzung des Friedhofs war bis zum Jahr 1864 die Nord-Westliche Ecke abgeschrägt, in die der Eingang zum Friedhof integriert war. Diese Situation ist bereits auf einer Karte, die vom Land Feld=Meßer Heinrich Konrad Mehrfeldt anläßlich der Erweiterung des Friedhofs am 9. November 1724 angefertigt wurde, eingezeichnet. Damals befand sich das »Totengräbers=Gebäude« in etwa bei der Einmündung der Lothringer Straße einige Meter außerhalb der heutigen Mauer. Im Zuge einer Straßenbegradigung wurde es an die Stelle des vorherigen Eingangs an der Nord-Westlichen Ecke versetzt. Eine Akte berichtet uns, dass »am 28. October 1864 nachmittags 4 Uhr der Herr Stadt-Bau-Director Friedrich die neue Totenbettmeisterwohnung nebst Gerätheschuppen« übergeben hat. Historischen Adreß- und Geschäftshandbücher Dresdens belegen, dass das jeweilige Totenbettmeisterhaus seit spätestens 1848 bewohnt war und wie oft sich die Adresse änderte:

  • 1848 Vor dem Ziegelschlag 12
  • 1861 Blumenstraße 12
  • 1864 Blumenstraße 40
  • 1875 Große Ziegelstraße 25e
  • 1880 Große Ziegelstraße 68
  • 1885 bis zur Neunummerierung nach der Zerstörung 1945 Ziegelstraße 68.

Seit 2017 lautet die Adresse Ziegelstraße 22. Bitte lesen Sie bei »Der Eliasfriedhof nach seiner Schließung« weiter.
Hier die Geschichte des Nachfolgers unseres Friedhofes.