Die Schließung des Eliasfriedhof

D. Zille

Nicht wie lange angenommen wurde der Eliasfriedhof wegen Überfüllung, sondern aus hygienische Gründen geschlossen. 1866 waren die bewohnten Gebäude schon nah an den Friedhof gerückt, so dass der Rat der Stadt unter Vorsitz von Oberbürgermeisters Pfotenhauer in Abstimmung mit der Kirchen-Inspektion und Königl. Superintendentur unter Verantwortung von Superintendent Dr. Kohlschütter die Schließung beschloss und organisierte. Damit erging es dem Eliasfriedhof wie seinem Vorläufer, dem Kirchhof der Frauenkirche, dem aus ähnlichen Beweggründen 1714 von Kurfürst Friedrich August I die weitere Benutzung untersagt wurde.

Im Beschluss vom 4. Mai 1866, veröffentlicht im Dresdner Anzeiger Nr. 225 am 13. August 1866, wurde verfügt, dass von diesem Zeitpunkt an keine Grüfte oder Grabstellen neu angelegt werden durften. Bestehende Grüfte und Grabstellen konnten für weitere 10 Jahre genutzt werden, soweit sie nicht schon vollständig mit Särgen besetzt waren. Denjenigen, die einen Anspruch auf eine Gruft- oder Grabnutzung nachweisen konnten, wurde unentgeltlich eine andere Grabstelle auf dem Trinitatisfriedhof zugewiesen. Am 30. Juni 1876 wurde die letzte Bestattung auf dem Eliasfriedhof vorgenommen. Das war gleichzeitig der letzte Tag, an dem nach der Verfügung von 1866 Leichen beigesetzt werden durften. Wie richtig und vorausschauend die Planung war, lässt sich im Nachhinein an den Stadtplänen von 1861 und 1881 ersehen (alle Rechte an den Karten bei der Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden).

Totenwächterhaus 1912
Totenwächterhaus 1912, Quelle: Stadtplanungsamt Dresden

Ebenso wie die Süd-Westlichen Begrenzung des Friedhofs war bis zum Jahr 1865 die Nord-Westliche Ecke abgeschrägt, in die der Eingang zum Friedhof integriert war. Diese Situation ist bereits auf einer Karte, die vom Land Feld=Meßer Heinrich Konrad Mehrfeldt anläßlich der Erweiterung des Friedhofs am 9. November 1724 angefertigt wurde, eingezeichnet. Damals befand sich das »Totengräbers=Gebäude« in etwa gegenüber dem heutigen Haupteingang, also vor dem Ziegelschlag und damit – wenn auch nur einige Meter – außerhalb der Stadtgrenze. Bis 1860/1861 scheint es dort verblieben zu sein und wurde — möglicherweise im Zuge einer Straßenbegradigung bei der gleichzeitig erfolgten Umbenennung — an die Stelle des vorherigen Eingangs an der Nord-Westlichen Ecke versetzt. Eine Akte berichtet uns, dass »am 28. October 1864 nachmittags 4 Uhr der Herr Stadt-Bau-Director Friedrich die neue Totenbettmeisterwohnung nebst Gerätheschuppen« übergeben hat. An Hand der Adressbücher ist belegt, dass das jeweilige Totenbetthaus seit spätestens 1848 bewohnt war. Die Adresse änderte sich im 19. Jahrhundert mehrfach:

  • 1848 Vor dem Ziegelschlag 12
  • 1861 Blumenstraße 12
  • 1864 Blumenstraße 40
  • 1875 Große Ziegelstraße 25e
  • 1880 Große Ziegelstraße 68
  • und seit 1885 bis zur Zerstörung 1945 Ziegelstraße 68.

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