Justus Friedrich Güntz (1801–1875)

Dr. Justus Friedrich Güntz
Dr. Justus Friedrich Güntz

Stadtrat, Herausgeber des »Dresdner Anzeiger« und Mäzen

Klaus Brendler

Güntz wurde am 27. Januar 1801 als einziger Sohn des Kreissteuereinnehmers Friedrich Christian Güntz (1772–1856) in Wurzen geboren. Nach der ersten Schulbildung besuchte er die Fürstenschule St. Afra in Meißen und absolvierte anschließend ein Jurastudium in Jena und Leipzig, wo er zum Doktor promoviert wurde.

Im Jahre 1825 ließ sich Dr. Justus Friedrich Güntz als Advokat auf der Moritzstraße Nr. 12 in Dresden nieder. In der sächsischen Haupt- und Residenzstadt war sein Vater Bevollmächtigter der Freiin von Schlichten, die 1829 das Anzeigenprivileg des »Dresdner Anzeigers« durch Erbfolge erworben hatte.

Dr. Justus Friedrich Güntz, dem sein Vater am 9. Juli 1834 die Vollmacht der Freiin von Schlichten übertragen hatte, erwarb 1837 den »Dresdner Anzeiger« für 27.000 Taler und zeichnete am 1. Januar 1839 zum ersten Mal als Herausgeber verantwortlich. In der Zeit von 1836 bis 1841 wirkte er als gewählter Stadtrat. Bis zum Frühjahr 1854 hielt er die Geschicke der Zeitung in eigenen Händen. Am 26. August 1856 überließ Dr. Güntz Großteile seines Besitzes, so auch das Recht der Herausgabe des »Dresdner Anzeigers«, einer von ihm selbst ins Leben gerufenen gemeinnützigen Stiftung, deren Verwaltung in den Händen der Oberbürgermeister der Stadt bzw. in denen ihrer Stellvertreter liegen sollte.

die wiederaufgebaute Güntzgruft
die wiederaufgebaute Güntzgruft

Der Rat zu Dresden verkündete am 1. Oktober 1856, dass die Erträge der Güntz’schen Stiftung laut Fundationsurkunde der Errichtung eines Bürgerhospitals, der Begründung eines Asyls für Arme, einer öffentlichen Speisenanstalt, der Verschönerung der Stadt und dem »Verein zur Hebung des sittlichen Gefühls der Dienenden« zufließen sollten.

Bis zu seinem Tode am 11. Juli 1875 verbrachte Dr. Güntz die Sommer auf seinem Landsitz in Wachwitz bei Dresden. Seine Bestattung fand am 14. Juli unter großer Anteilnahme in der Familiengruft auf dem Eliasfriedhof statt.

Aus Erträgen der Güntz’schen Stiftung bzw. mit beträchtlichen Mitteln als Zuschuss, konnte die Stadt Dresden neben dem Bürgerheim, dem Maternihospital, dem Fürsorgeamt zur Speisung Armer, dem Güntzbad u.a. auch das Güntz-Altenheim in Dresden-Trachau errichten. Außerdem schufen Künstler mit Stiftungsgeldern hervorragende Kunstwerke in Dresden. So unter anderen:

  • Ernst Hähnel - Körnerdenkmal (1871, Georgplatz)
  • Johannes Schilling - Rietscheldenkmal (1876, Brühlsche Terrasse)
  • Robert Diez - Gänsediebbrunnen (1880, Weiße Gasse)
  • Güntzwiesen (zwischen Blüher- und Lennéstraße, später bebaut)
  • Robert Diez - Zwillingsbrunnenanlage »Stilles Wasser« und »Stürmische Wogen« (1893/94, Albertplatz)
  • Maternihospital - weiterer Ausbau ab 1895
  • Brunnenanlage (um 1900, Palaisplatz)
  • Güntzbad (1905, an der Carolabrücke, nicht erhalten)
  • Richard Daniel Fabricius - Ballwerfer (1907, vor dem Hygienemuseum)

Bilder von der Wiedereinweihung der Begräbnisstätte des Dresdner Mäzen.