Eduard Zeis (1807–1868)

Dr. Eduard Zeis
Dr. Eduard Zeis

Oberarzt am Krankenhaus Dresden–Friedrichstadt

Ein fast unbearbeiteter Block in Form eines Spaltfelsen aus Monzonit am südlichen Längsweg im Flügel C lässt auf der polierten Vorderfläche erkennen:

Hier ruht
Professor Dr. Eduard Zeis
Oberarzt am Stadtkrankenhause zu Dresden
geboren d. 1. Oktober 1807
gestorben d. 28. Juni 1868

In Dresden geboren, erhielt er Privatstunden und besuchte danach die Friedrich-August-Schule, ehe er 1827 die Universität Leipzig bezog. Fast hätte er sein Medizinstudium wegen eines seinen Vater betreffenden Unglücks abbrechen müssen, hätte nicht eine wohlhabende Verwandte die Fortsetzung ermöglicht. Über Bonn und München, wo er Assistent Philipp Franz von Walthers war, ging er 1830 wiederum nach Leipzig und wurde hier am 22. Juni 1832 promoviert. In der Folgezeit gehörte er zu den Begründern der Kinderheilanstalt in Dresden und war Initiator des »ärztlichen Vereins zu Dresden«. 1844 übernahm Zeis die Stelle eines ordentlichen Professors für Chirurgie und Direktors der chirurgischen Klinik in Marburg. Dort konnte er sich jedoch nicht eingewöhnen, und kehrte 1850 in seine Vaterstadt als erster Oberarzt der Abteilung für äußere Krankheiten im neuen Friedrichstädter Krankenhaus zurück.

das Grabmal von Professor Zeis
das Grabmal von Professor Zeis

Dem Spezialgebiet der plastischen Chirurgie galten Zeis’ unablässige Bemühungen. Er verhalf nicht nur dieser Fachbezeichnung zum Durchbruch, sondern verfasste 1838 ein diesbezügliches Handbuch und ließ 1862 das Werk »Die Literatur und Geschichte der plastischen Chirurgie« folgen. Ein Nachtrag hierzu erschien 1864. In seiner privaten Büchersammlung waren darüber hinaus sämtliche Titel dieses Wissenschaftszweiges vertreten. Unentgeltlich ordnete und katalogisierte Zeis den chirurgischen Teil der Königlichen öffentlichen Bibliothek.

Dass ihm dennoch nicht die verdiente Anerkennung zuteil wurde, lag zum einen an seinem schwierigen Charakter, zum anderen daran, dass er Forschungen über das Auge, die sein ärztlicher Freund Friedrich August von Ammon angeregt hatte, nicht konsequent zu Ende führte, so dass andere den Ruhm ernteten. Nach ihm benannt sind die Zeis-Drüsen.