die Akten aus den Jahren 1721 bis 1724

D. Zille

2015 fanden sich im Bestand des Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden Akten, die im Wesentlichen die Erweiterung des Friedhofs in den Jahren 1721 bis 1724 betreffen. Der offensichtliche Grund, weshalb diese bisher unbekannt waren, ist, dass die Dokumente beim »Stadtgericht der Stadt Dresden« eingeordnet wurden. Es scheint sich um Abschriften oder aber um vorbereitende Schreiben für die jeweiligen Verträge zu handeln, denn Siegel sowie Unterschriften der beteiligten Vertragspartner sind nicht vorhanden.

Besonders interessant erscheint ein Schriftstück, dass auf den 10. Juli 1680 zurückgeht und vom Verkauf eines Grundstücks des Bürgermeisters George Wiegnern an den Rat der Stadt berichtet, um es in der damaligen gefährlichen Zeit als Gottesacker zu nutzen. Dieses Zeugnis kann wohl als die Gründungsurkunde des Eliasfriedhofes bezeichnet werden!

Wir danken für die Veröffentlichungsgenehmigung 21-7512.2-1/13313 sowie Herrn Wieland Schumann, Dresden, für die Transkription.

 

Gründungsurkunde des Eliasfriedhofs, Seite 1
Gründungsurkunde des Eliasfriedhofs, Seite 1

 

     Im Nahmen GOTTES

Ist dato ein aufrichtiger Kauf Contract geschloßen wor-
den zwischen Herrn Bürgermeister George Wiegnern
Verkäufer an einen, und E.E. Rats alhier Käufern andern
Theils.

     Nehmlichen

 

Es verkaufft gedachter Herr Bürger Meister von Seinen an
der Vogelstange hint vor den Häußern gelegenen Klingelischen
Felde, das anizo liegende Stück Praage, ungefehr 2. Scheffel wie solche
am Loschwitzer Wege mit einer Mauer gefaßet und 33 Scheffel
versteuert, ein mehrens aber an oneribus nicht hatt, an
gleichen einen Weg dazu von der Loschwitzer Straße, wie
von Hinten zu Einem 4 Ellen breiten Gang bey den Kaitz [?]-
graben so weit sein Feld gehet, über den Bamph [?] und B.
ohne Ausmeßen bei itziger gefehrlichen Zeit zu ei [?]
nen Gottes Acker zu gebrauchen, um und vor Vierzig Gu

Gründungsurkunde des Eliasfriedhofs, Seite 2
Gründungsurkunde des Eliasfriedhofs, Seite 2

 

baaren Geldes davor es E.E. Rath angenommen, und die
Zahlung bey den Gottes Kästen in Außgabe zu verschreiben
geordnet.   Darüber dann Verkäufer mit Ver-
zeihung der Exception non numerata peccunia Kraft
dieses in bester und beständiger Form Rechtens quittiret
und ewigen Verzicht leistet, darmit auch die Brücken, wel-
che hierzu über den LandGraben gemachet, nicht zu anderen
Behuf gebrauchet, und Herr Verkäufffers Felder hierdurch
beeinträchtigt werden mochten.
Als ist von Herrn Käuffern einem Schlag oder andere Wehre
darvor machen zu laßen, damit niemandt darüber fahren oder
reithen können, es ist auch von beiden Theilen der Exception
lasionis renunziret worden,

     Treulichst sonder Gefehrde
Zu Urkund ist dieser Erbkauff doppelt gefertigt
Je dem Theile ein Exemplar davon zugestellet, auch dem

Gründungsurkunde des Eliasfriedhofs, Seite 3
Gründungsurkunde des Eliasfriedhofs, Seite 3

 

  Handels Buche de Anno     Fol: einverleibet [?]

  den.       So geschehen zu Dreßden den 10 July

  Anno 1680

L.S. Georg Wiegner B.M.

        L.S.

          Bürgermeister und Rath

              Zu Dreßden

Planzeichnung der Erweiterung vom 9. November 1724
Planzeichnung der Erweiterung vom 9. November 1724

In dem Bündel von Akten ist eine Zeichnung der Erweiterung enthalten, die am 9. November 1724 vom Land Feld=Meßer Heinrich Conrad Mehrfeldt angefertigt wurde. Darauf ist zu erkennen, dass sich das Totengräbersgebäude damals außerhalb des Friedhofs in etwa gegenüber dem heutigen Haupteingang befand. Die Nord-Westliche Ecke war wie die Süd-Westliche Ecke schräg angelegt und ebenfalls mit Grufthäuser versehen.

Die Einzeichnung des AccissHaus bringt nebenbei den Beleg, dass sich der Friedhof vor beziehungsweise an der Stadtgrenze befand.